Während ich dies schreibe, ist Kobanê immer noch belagert. Die kurdische Stadt im Norden Syriens, an der Grenze zur Türkei, wurde berühmt, weil sich ihre Menschen 2014 dem anstürmenden IS entgegenstellten und ihm 2015 – mit Hilfe amerikanischer Luftunterstützung – jene entscheidende Niederlage beibrachten, die den Anfang vom Ende des islamistischen Terrorstaats einleitete.
„Nun steht Kobanê – und damit mehrere Hunderttausend Menschen – seit über einem Monat erneut unter militärischem Druck. Im Süden bedrängen syrische Regierungstruppen und Milizen der neuen Zentralregierung die Stadt, im Norden blockieren türkische Grenzbefestigungen und die Armee des Erdoğan-Regimes den Zugang. Die Lage vor Ort ist prekär. Es gibt nicht genügend Lebensmittel, keinen Brennstoff, keinen Strom. Die Menschen leiden unter der Kälte, weil Heizmaterial fehlt. Bäckereien sind geschlossen, da der Treibstoff zum Backen von Brot nicht verfügbar ist. Medikamente und medizinische Hilfsgüter werden zunehmend knapp. Mindestens sechs Kinder sind in Folge der durch die Blockade verursachten Mangelsituation gestorben. Schon vor der Belagerung hatte die türkische Bombardierung von Pumpstationen die Wasserversorgung der Stadt unzureichend gemacht. In der Folge breiten sich Krankheiten aufgrund fehlenden Zugangs zu sauberem Wasser aus.“ Weiterlesen über Link https://www.linksnet.de/artikel/49055
